Ich weiß nicht mehr weiter —– Teil 2

Nehmen Sie dazu die Bilder, die ich bereits am Anfang (also in Teil 1) beschrieben habe oder die Bilder, die entstanden sind, während Sie sich mit Ihren Gefühlen befassen. Entwickeln Sie daraus für sich eine Strategie. Manche nennen das auch Überlebensstrategie. Egal wie Sie das nennen, machen Sie es einfach. Menschen die in einer auf den ersten Blick verfahrenen Situation stecken, sollten alles probieren. Sie wissen nie ob es nicht wirklich funktioniert.

Das Gute – aber auch gleichzeitig das Problem – daran ist, dass nur Sie alleine etwas an Ihrer Situation ändern können. Die Umstände sind nicht immer einfach. Die Umstände zwingen einen manchmal sogar Dinge zu tun, die man unter normalen Umständen gar nicht machen würde oder machen möchte. Es geht aber um Ihr Überleben, es geht um Ihre Existenz. Es geht um Ihr persönliches „Lebensloch“, dass nur Sie wieder schließen können.

Es gibt in einer solchen Situation kein Patenrezept, da jeder Mensch anders ist und individuelle Lösungsansätze hat. Das macht es auch so schwierig, Patentrezepte anzubieten.

• Sie müssen

• Sie können

• Sie dürfen

• Sie sollten

• Sie hätten machen können

…… wenn Sie betroffen sind, Ihr eigenes Rezept herausfinden, Ihre eigene Strategie entwickeln. Achten Sie bitte nur darauf, dass Sie in Bewegung bleiben und Ihr Stillstand nicht zu lange andauert. Je länger Sie wegschauen und nichts tun desto schwieriger wird es, da wieder raus zu kommen und das Problem zu lösen.

Erstellen Sie Ihr Rezept, machen Sie einen Plan, achten Sie auf Ihre Strategie – und setzen Sie einfach alles um. Halten Sie sich dran, checken Sie immer wieder alles ab. Nur dann hat Ihre Idee, Ihre Vision Aussicht auf Erfolg.

Sie schaffen das, wenn Sie an sich selbst glauben und sich nicht zum Objekt der Umstände machen lassen. Ich weiß, dass es verdammt schwer sein kann, diesen Weg zu gehen.

Sie werden sich vielleicht fragen, woher ich das weiß? Glauben Sie mir: Aus eigener Erfahrung und aus der meiner Klienten. Und denken Sie immer daran: wenn Sie es nicht ändern, wer soll es dann machen. „Lebens-Löcher“ kann man aber immer wieder auffüllen und darauf ein Fundament errichten. Und noch viel mehr.

Emotionen darf man und soll man erleben, auch wenn es um Angst, Mutlosigkeit, Trauer oder Scham geht. Emotionen wollen uns was sagen. Das einzige, was man tun soll ist immer gut zuzuhören. Strategien entstehen im Kopf und auf dem Papier und haben nur Aussicht auf Erfolg, wenn man ihnen genügend Platz in der eigenen emotionalen Welt gibt.

Und noch ein Hinweis: Einsamkeit muss nicht bedeutet, keine Freunde zu haben. Einsamkeit mit Freunden und lieb gewonnenen Menschen geht auch.

Ich möchte Ihnen folgendes mitgeben: Glauben Sie an sich und Ihr Leben. Leben Sie Ihr Leben und versuchen Sie sich nicht zu sehr von den Umständen beeinflussen zu lassen.

Alles ist möglich, alles wird immer besser – wenn Sie es nur wollen und es dann auch umsetzen. Scham ist falscher Stolz und führt zu noch mehr Ohnmacht – schauen Sie was Sie statt dessen machen könnten. Und holen Sie sich Unterstützung von Außen, von einem Coach oder Therapeuten.

Externe Beratung kann Sie dabei unterstützen, das Problem leichter und besser zu erkennen und die Situation einfacher zu bewältigen.

Übrigens: Ich weiß jetzt etwas mehr und wie es weiter gehen wird. Ich hoffe Sie auch 🙂

Brauchen wir Ziele – Visionen oder Pläne?

Pläne, Ziele, Visionen – wichtig ist ein erfülltes Leben

Seien wir uns ehrlich: Schon von klein auf lernt man, im Morgen zu leben. Immer wieder bekommt man gesagt, dass man für die Zukunft lernt, für mögliche Investitionen in der Zukunft sparen soll oder dass man seine Träume erst in der Zukunft verwirklichen kann. So wird das Denken immer mehr von den Pläne für morgen, übermorgen oder gar für eine ferne Zukunft in 10 oder 20 Jahren bestimmt. Pläne für die Pension, genau definierte Pläne, Strategien und Ziele für die Karriere, die Familienplanung oder gleicht das gesamte Leben.

Ich habe tagtäglich mit Menschen zu tun, die ihr Leben komplett verplant haben und vor allem in der Zukunft leben. Ich arbeite aber auch mit Menschen, die keine Ziele und Pläne haben. Was ist mit denen? Sind sie unstrukturiert? Sind es planlose Wesen, die anderen nur im Weg stehen? Drehen sich diese Menschen im Kreis? Und ist für sie irgendwo ankommen Glückssache? Ziele, Pläne und oder Visionen zu haben ist doch – vor allem in unserer Leistungsgesellschaft – etwas Tolles! Im Grunde genommen ist es doch so einfach: man braucht nur ganz stark an etwas denken, etwas visualisieren – und ist man seinen Ziel einen Schritt näher. Man braucht sich doch z.B. nur das Meer vorstellen und schon spürt man auch den Sand unter den Füßen, man schmeckt das Salz auf den Lippen und hört das Rauschen der Wellen. Und je intensiver man in diesem Gefühl ist, desto besser für die Umsetzung, für das Erreichen des Zieles, des Planes, der Vision.

Was ist aber nun mit denen, die das eben nicht so gut können und die das als Problem empfinden und sich fragen: Genieße und lebe ich den Tag? Geht das überhaupt? „Genieße den Tag, akzeptiere die Vergangenheit und freue dich auf das Morgen“ – so lautet seit ca. 15 Jahren einer meiner Lebens-Sprüche. Klappt nicht immer, aber fast immer.

Oft werde ich nach meinen Vorträgen gefragt: „Haben Sie Visionen oder Pläne?“ Bei dieser Frage trenne ich bewusst geschäftlich von privat – geschäftlich habe ich mehr Pläne als Visionen , privat mehr Visionen als Pläne. „Und was ist mit Zielen?“ ist dann oft die nächste Frage. Ich bin davon überzeugt, dass es mehr Visionen als wirklich echte Ziele gibt. Für mich war und ist immer der Weg wichtig, den man geht, denn es ist der eigene Weg. Auf diesen Weg hat man mal mit mehr und mal mit weniger Begleitung: Familie, Freunde, Kollegen, die unterschiedlichsten Menschen.

Meiner Erfahrung nach gibt es Menschen, die brauchen feste Ziele und Pläne und es gibt Menschen, denen es reicht, „nur“ Visionen zu haben. Während meiner langjährigen Tätigkeit als Coach, Moderator und Speaker stelle immer wieder fest, dass beide Varianten sehr gut funktionieren. Und dass beide Seiten sehr gut miteinander harmonisieren können – wenn man will. Beides hat seine Berechtigung und beides ist einmalig und funktioniert.

„Neues, Kreatives hat am ehestens eine Chance, wenn wir uns nicht nur in das Ziel, sondern in den Weg dorthin verlieben,“ so der Psychologe Joy Paul Guilford. Wenn man also gerade dabei ist, den eigenen Weg zu gehen und die Grundeinstellung „Genieße den Tag“ zu entwickeln oder bereits entwickelt hat, stellt man oft fest, dass plötzlich viel weniger Druck im Leben ist – und jede Menge Leichtigkeit. Selbstverständlich sind kleine Rückschläge mit eingerechnet, aber es geht alles viel leichter. Das Geheimnis heißt Selbstvertrauen – sich selbst zu trauen bedeutet sich zu lieben und somit auch die Bereitschaft das Leben zu lieben und damit dem Leben zu Vertrauen.

Ich weiß nicht mehr weiter …. Teil 1

Es gibt Situationen im Leben, in denen sich das Gefühl von massiver Ohnmacht einstellt, gepaart mit einem „bescheidenen“ Gefühl im Bauchraum. Da fragt man sich: „Wie kann es überhaupt weiter gehen? Will ich überhaupt noch, das es weiter geht? Wenn es weiter geht, welche Qualität hat dann dieses Leben?“

Das Fatale an dieser Situation: Du bist selber betroffen. Du steckst in dieser misslichen Situation. Es ist nicht so, dass du einem guten Freund einfach nur einen Rat geben kannst, du musst dir selbst helfen.

Wenn ich in einer derartigen Situation feststecke, läuft in meinem Kopf eine Art Kopfkino ab und gehe in Bildern die verschiedenen Situationen durch. Ich versuche mich im Internet schlau zu machen oder bei Freunden oder Menschen, denen ich vertrauen kann oder darf. In der Psychologie nennt man das: Externe Referenzen einholen um seine interne Referenz zu stärken. Wobei es gar nicht so einfach ist, in dieser Situation der Ohnmacht einen relativen kühlen Kopf zu bewahren. Doch zurück zu den Bildern im Kopf: sie helfen mir dabei, die möglichen Situationen so zu erleben wie es sein könnte, mit allen Emotionen. Dabei stellt sich für mich dann schnell heraus, was ich will und was eben nicht.

Alles hat sein Zeit – auch die Ohnmacht und die Existenzangst. Die Unsicherheit, keine Existenz im herkömmlichen Sinn zu haben, nichts mehr zu besitzen ist – so meine Erfahrung – die mittlerweile schlimmste und häufigste Form im Coaching und in der Therapie. Es gibt mannigfaltige Unterarten von Existenzängsten, die jeder für sich und in seiner augenblicklichen Situation als bedrohlich und auch sehr nah empfindet.

Dabei treten manchmal sogar körperliche Symptome auf:

  • mangelnde Konzentration
  • wenig oder unregelmäßiger Schlaf
  • geringer Appetit
  • Antriebslosigkeit
  • Rückzug von Familie und Freunden
  • Kontaktarmut
  • leichte Panikattacken
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • manchmal auch erhöhter Alkohol- oder Nikotinverbrauch
  • bis hin zu Medikamentenmissbrauch.

Dieses Gefühl in einer Sackgasse zu sitzen ist – hart aber ehrlich formuliert – ein ziemlich beschissenes. Zu fühlen, dass man über einem Abgrund schwebt, ist kein schönes Gefühl. Das will niemand erleben. Wie glauben Sie geht es Menschen, die das in der Realität erleben und massiv unter diesem Gefühl leiden?

Um die Wahrheit zu sagen: Dieses Gefühl ist einfach nur schrecklich. Alleine dieses Wort „schrecklich“ macht es noch schlimmer. Beim Schreck steigt der Blutdruck, Adrenalin wird ausgeschüttet und so weiter und das Gefühl verstärkt sich. Das will keiner erleben – oder?

Die Alternative: Aushalten der Situation und dann so rasch als möglich raus aus diesem Stuck State, dieser festgefahrenen Situation. Nur das Aushalten zählt in diesem Moment. Zu spüren, was da mit einem passiert. Außerdem gilt es auch eine weitere wichtige Emotion zu verdauen: die Scham.

Wir schämen uns massiv für unsere Ängste. Damit entsteht ein Kreislauf, der es enorm schwierig macht, wieder heraus zu kommen. Und glauben Sie mir eines, es geht nicht nur den Menschen, die keinen Job haben oder am Rande des Gesellschaft leben, so. Es geht allen so, ohne Ausnahme. Es wird nur nicht darüber gesprochen, eben wegen der Scham. Daher ist es wichtig , dass Sie dieses Gefühl wirklich spüren und zulassen, auch wenn es im ersten Moment keinen Sinn macht und Sie sich bestimmt fragen: „warum soll ich das denn aushalten, dann wird es doch nur schlimmer!“ Ja und Nein – spüren Sie in dieses Gefühl hinein und schauen Sie, wohin es Sie führt. Schreiben Sie es auf und schauen Sie, welche Verknüpfungen es zwischen den einzelnen Gefühlen und dem was dahinter steht, gibt.